
Liebe Absolventinnen und Absolventen, liebe Lehrpersonen, liebe Gäste
Es ist mir eine grosse Ehre, heute hier zu stehen – anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums der Passerelle. Herzlichen Dank für die Einladung!
Und es ist unglaublich schön, so viele Absolventinnen und Absolventen zu sehen – damals, in unserem Jahrgang, hätten wir fast alle in einem Minibus Platz gefunden.
Zuerst möchte ich euch, liebe Absolventinnen und Absolventen, von Herzen gratulieren – zu eurem Abschluss, aber auch zu dem Weg, den ihr bis hierhin gegangen seid. Ich weiss aus eigener Erfahrung: Das Passerellen-Jahr ist intensiv. Es fordert Ausdauer, Disziplin – und die Fähigkeit, sich immer wieder neu zu motivieren.
Ihr habt das geschafft – und ihr habt es verdient, dass das heute richtig gefeiert wird. Gestern Abend habe ich Simon Roth angerufen, um zu hören, was er wohl erzählen wird. Wir hatten gut 20 Jahre kaum direkten Kontakt – vielleicht mal eine kurze Nachricht auf Social Media, aber das war’s. Und trotzdem: Seine Stimme war vom ersten Wort an sofort wieder vertraut. An viele Anekdoten aus dieser Zeit erinnern wir uns gar nicht mehr so genau – aber die Menschen, die bleiben präsent. Unsere Klasse, die P1, war speziell. Es war ein Experiment – für uns, für die Schulleitung, auch für die Lehrpersonen. Ein Abenteuer, das uns zusammengeschweisst hat. Wir waren eine bunt gemischte Truppe, sassen aber alle im gleichen Boot. Man hat einander unterstützt – und das hat enorm geprägt. Ich erinnere mich gerne daran, wie ich mit Klassenkameraden aus unterschiedlichen Fachrichtungen in kleinen Lerngruppen gearbeitet habe. Fachlich haben wir so viel voneinander gelernt – menschlich vielleicht noch mehr.
Für mich persönlich war die Passerelle ein wichtiger Meilenstein. Schon kurz nach meiner KV-Lehre hatte ich den Wunsch, an die Uni zu gehen – auch, weil ich mir die Türen öffnen wollte für eine mögliche diplomatische Karriere. Dazu ist es dann nicht gekommen – stattdessen bin ich nach dem Studium in der Privatwirtschaft hängen geblieben. Aber die Passerelle war der Schlüssel, der das überhaupt erst möglich gemacht hat.
Ich habe in St. Gallen Betriebswirtschaft studiert und einen Master in Strategie und Internationalem Management abgeschlossen. Zwei Semester habe ich in Frankreich verbracht – und dort meine Frau kennengelernt. Heute haben wir drei Kinder – das heisst: Die MSE hat nicht nur meinen beruflichen, sondern auch meinen privaten Weg stark beeinflusst. Beruflich hat es mich nach Genf geführt, wo ich über zehn Jahre in einer grossen Unternehmensberatung gearbeitet habe – mit Projekten in China, Indien und quer durch Europa. Seit drei Jahren bin ich nun bei einer Softwarefirma und betreue einige unserer grössten Kunden in der Schweiz.
Wenn ich zurückblicke, war die Passerelle für mich nicht nur ein Türöffner. Ich habe dort vor allem gelernt, stark zu priorisieren. Als KV-Absolvent hatte ich in den naturwissenschaftlichen Fächern mehr zu beissen – ich musste wirklich fokussieren. Das hat mir später an der Uni enorm geholfen. Der Einstieg war anspruchsvoll, klar, besonders in Mathematik. Aber insgesamt waren wir gut vorbereitet. Und der praktische Bezug aus der Berufslehre war ein echter Vorteil gegenüber anderen Studierenden. Darum würde ich die Passerelle jederzeit wieder machen.
Ich freue mich sehr, beim Apéro vielleicht mit der einen oder dem anderen noch ins Gespräch zu kommen. Bis dahin bleibt mir nur, euch nochmals herzlich zu gratulieren – geniesst die Feier, lasst euch feiern, und alles Gute auf euren weiteren Wegen!
Geniesst den Abend – vielen Dank!
Franco Bühlmann
